Die Muttermilch stimuliert die richtige Reifung der Darmflora

Bisher hat sich die Forschung hauptsächlich auf die Population und Artenzusammensetzung der Darmbakterien eines Babys kurz nach der Geburt konzentriert. Es sollte jedoch bedacht werden, dass der Darm auch von Pilzen und Viren bewohnt wird. Die Population der letzteren nimmt bereits einen Monat nach der Geburt Gestalt an, wie eine neue Studie zeigt, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde.

Ob ein Baby eine günstige oder ungünstige Zusammensetzung der Darmflora hat, wird weitgehend von der Umgebung bestimmt, in der es lebt, aber auch davon, ob es gestillt oder mit Muttermilch ernährt wird.

Zu solchen Schlussfolgerungen kamen die Autoren der Studie, die die Spezies der Viren in Mekonium- und Stuhlproben von Kindern bestimmten, die in zwei Teilen der Welt - den USA und Botswana - geboren wurden. In den untersuchten Proben zeigte sich, dass bereits nach einem Lebensmonat die Menge der Viren von praktisch nicht nachweisbar auf 1 Milliarde pro Gramm Stuhl anstieg. Die meisten der entdeckten Viren waren vom Typ Phage - Viren, die Bakterien angreifen, aber im Laufe der Zeit gab es eine Zunahme von Viren, die in menschlichen Zellen eindringen und sich dort vermehren können und schwere Krankheiten verursachen. Kinder, die mit Muttermilch gefüttert wurden (einschließlich Mischfütterung), wiesen im Vergleich zu Kindern, die ausschließlich mit Milchersatzmischungen gefüttert wurden, signifikant geringere Mengen solcher pathogener Viren im Stuhl auf - ein Hinweis auf die günstige Wirkung der Milch und ihrer bioaktiven Bestandteile auf die Begrenzung der Anreicherung von Viren im Darm des Kindes.  

Einfluss der Muttermilch auf die Entwicklung des Immunsystems

Die Muttermilch enthält mehrere hundert biologisch aktiver Verbindungen, die u.a. eine Nahrung für nützliche Bakterien darstellen können, die die Darmgesundheit und die richtige Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Sie enthält z.B. auch Lactoferrin - ein Protein mit starken bakteriziden und viruziden Eigenschaften, ganz zu schweigen von Faktoren, die nachweislich einen positiven Einfluss auf die geistige Entwicklung des Kindes haben. All diese Informationen sprechen dafür, dass die Muttermilch das wertvollste Geschenk für ein Kind ist und selbst kurzes Stillen für die zukünftige Gesundheit des Kindes wertvoll sein kann.

Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-020-2192-120.05.04.20089995v1.full.pdf+html

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