Mutter & Kind: Die Kraft des Stillens

Die Bedeutung von Stillen für die Gesundheit von Säuglingen ist gut dokumentiert. Gestillte Kinder haben in der Regel bessere Überlebenschancen und Gesundheitsaussichten als nicht gestillte. In vielen Entwicklungsländern, insbesondere in Regionen mit begrenztem Zugang zu sauberem Wasser und angemessener medizinischer Versorgung, kann das Fehlen von Stillen das Risiko von Krankheiten und Mortalität bei Säuglingen erhöhen.

Wenn wir über Vorteilen des Stillens für das Baby sprechen, können wir diese in kurzfristige und langfristige Auswirkungen unterteilen. Die kurzfristigen sind:

  1. Die Ernährung mit Nährstoffen, die wichtig für seine Entwicklung sind.
  2. Das Baby erhält Immunfaktoren zum Aufbau des Immunsystems.
  3. Es sinkt das Risiko der Sterblichkeit, die durch Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts verursacht werden kann.
  4. Das Baby erreicht im Alter von sechs Monaten sein Normalgewicht und weist keine Wachstumsdefizite auf.

Zu den langfristigen positiven Auswirkungen für die Gesundheit das Babys zählen:

  1. Es sinkt das Risiko für Übergewicht und zwar – in jedem Stillmonat um 4%.
  2. Es sinkt das Risiko für Diabetes.
  3. Es sinkt das Risiko für lymphatische und myeloische Leukämie. Was ist Leukämie? Leukämie ist eine Form von Krebs, die das Blut und das Knochenmark betrifft. Dabei kommt es zu einer übermäßigen Produktion von unreifen Blutzellen. Es gibt verschiedene Arten von Leukämie, darunter lymphatische (auch lymphoblastische oder lymphoid) und myeloische (auch myeloblastische oder myeloid) Leukämie. Die lymphatische Leukämie – diese Art von Leukämie betrifft die Lymphozyten, eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen. Lymphozyten sind wichtig für das Immunsystem und spielen eine Rolle bei der Abwehr von Infektionen und anderen Krankheiten. Lymphatische Leukämie beginnt in der Regel im Knochenmark und beeinflusst dann das Blut und andere Teile des lymphatischen Systems, wie die Lymphknoten und die Milz.

Myeloische Leukämie: Myeloische Leukämie betrifft die Zellen, die zu den Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen gehören. Diese Form der Leukämie beginnt ebenfalls im Knochenmark und kann das Blut sowie andere Teile des Körpers beeinflussen.

  1. Es sinkt auch das Risiko für die Krankheit Morbus Hodkin – auch als Hodgkin-Lymphom bekannt, ist eine Form von Lymphdrüsenkrebs, der das lymphatische System betrifft. Das lymphatische System, wie du bereits gehört hast, ist ein Teil des Immunsystems.
  2. Das Stillen hat positive Auswirkungen auf die Intelligenz deines Kindes. Einige Studien legen nahe, dass gestillte Kinder im Vergleich zu nicht gestillten Kindern in verschiedenen kognitiven Tests tendenziell besser abschneiden. Diese Unterschiede können jedoch von vielen Faktoren beeinflusst werden, darunter auch der sozioökonomische Status der Familie. Die wissenschaftliche Forschung zu diesem Thema ist weiterhin Gegenstand intensiver Untersuchungen.
  3. Das Stillen kann positive Auswirkungen auf die Zahnstellung und die Mundgesundheit des Säuglings haben. Ich habe für euch einige Gründe dafür zusammengestellt:
  4. Der natürliche Saugmechanismus kann dazu beitragen, die Muskulatur im Mund- und Kieferbereich auf natürliche Weise zu stärken.
  5. Beim Stillen wird das Baby dazu angeregt, ein korrektes Zungengrundmuster zu entwickeln. Ein korrektes Zungengrundmuster bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Zunge im Mund positioniert und bewegt wird, insbesondere während des Saugens und Schluckens. Dies ist besonders wichtig für die gesunde Entwicklung der Mund- und Gesichtsmuskulatur sowie für die Formung des Kiefers.
  6. Das Saugen an der Brust erfordert eine aktive Beteiligung der Kiefermuskulatur, was zur Stärkung dieser Muskeln beiträgt. Eine gut entwickelte Kiefermuskulatur kann dazu beitragen, eine gesunde Zahnstellung zu fördern.
  7. Bei einigen Kindern kann die Verwendung von Schnullern oder Flaschen mit künstlichen Saugvorrichtungen zu einer sogenannten Saugverwirrung führen, die die normale Entwicklung der Mundmuskulatur beeinträchtigen könnte.
  8. Einige Studien legen nahe, dass gestillte Kinder möglicherweise ein geringeres Risiko für bestimmte Kieferanomalien und Zahnfehlstellungen haben. Die natürlichen Bewegungen beim Stillen könnten dazu beitragen, den Kiefer in einer Weise zu formen, die förderlich für die spätere Zahnstellung ist.

Und nicht zu vergessen ist das Stillen von Frühchen, was sehr sehr viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.

 

  1. Schutz vor Infektionen: Das weißt du schon, das kann ich nur noch mal betonen, dass die Muttermilch Antikörper und andere Immunstoffe enthält, die dem Immunsystem des Frühchens helfen können, Infektionen zu bekämpfen. Dies ist besonders wichtig, da Frühgeborene oft anfälliger für Infektionen sind als termingeborene Kinder.
  2. Bessere Verdauung: Die Zusammensetzung der Muttermilch ist leicht verdaulich und passt sich den Bedürfnissen von Frühgeborenen an. Dies erleichtert die Verdauung und die Nährstoffaufnahme, was für die Entwicklung des Magen-Darm-Trakts wichtig ist.
  3. Förderung der Gehirnentwicklung: Muttermilch enthält Nährstoffe, die für die Entwicklung des Gehirns entscheidend sind. Frühgeborene haben oft einen höheren Bedarf an diesen Nährstoffen, und Muttermilch kann diese Bedürfnisse besser erfüllen als künstliche Säuglingsnahrung.
  4. Verminderung von Krankenhausaufenthalten: Frühgeborene, die gestillt werden, neigen dazu, kürzere Krankenhausaufenthalte zu haben. Muttermilch kann dazu beitragen, das Risiko von bestimmten Krankheiten und Komplikationen zu verringern, was die Zeit im Krankenhaus verkürzen kann.
  5. Wachstumsförderung: Muttermilch passt sich den Nährstoffbedürfnissen von Frühgeborenen an und unterstützt so die gesunde Gewichtszunahme und Entwicklung.

Sowohl in den USA als auch in den westeuropäischen Ländern ist die Ernährung von Frühgeborenen mit Muttermilch zum Standard geworden. Dies schützt die Kinder vor Komplikationen wie nekrotisierender Enterokolitis und generalisierten Infektionen (Sepsis), fördert aber auch die normale Entwicklung des Gehirns, der Netzhaut und vieler anderer wichtiger Organe. Es handelt sich also um eine äußerst wirksame Investition in die künftige Gesundheit und die geistige Entwicklung des Kindes, die letztlich zu Einsparungen für die Familie und den Staat führt.

Das waren die Vorteile des Stillens für das Baby, aber es gibt auch Vorteile für dich, liebe Mama.

Wir können auch an dieser Stelle zwischen den kurzfristige und den langfristigen Auswirkungen des Stillens auf die Mama unterscheiden. Ich fange mit den kurzfristigen Effekten an.

  1. Es sinkt das Blutungsrisiko, weil die Blutungsdauer nach der Entbindung kürzer ist.
  2. Es kommt zu einer schnelleren Rückbildung der Gebärmutter.
  3. Du baust eine bessere emotionale Bindung zum Kind auf.
  4. Und erreichst schneller die Rückkehr zu deiner Figur vor der Schwangerschaft

Zu den langfristigen Auswirkungen zählen.

  1. Ein geringeres Risiko für Übergewicht.
  2. Es sinkt das Risiko für Typ 2 Diabetes um 4-12% bei Frauen, die kein Schwangerschaftsdiabetes hatten.
  3. Du hast ein verringertes Risiko für Eierstock- und Brustkrebs, Osteoporose und Oberschenkelhalsbrüchen in der Postmenopause.
  4. Du hast ein verringertes Risiko für das Auftreten von Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Zeit nach der Menopause.

Das ist schon einiges.

Ein paar Worte noch zu den Aspekten von Stillen, die weltweit gelten.

Neben den gesundheitlichen und sozialen Vorteilen hat das Stillen auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Wie Studien zeigen, kommt das Stillen sowohl der Familie, der Gemeinschaft als auch dem Staat zugute. In den USA zeigte eine Studie, dass sich die Einsparungen in Milliardenhöhe belaufen würden, wenn 90 % der Mütter in den ersten sechs Monaten ausschließlich stillen würden: 13 Milliarden Dollar durch geringere medizinische Kosten für die Kinder und weitere 17 Milliarden Dollar durch geringere Krankheitsabwesenheit der Eltern und geringere Ausgaben für die Behandlungen von Folgen, die durch die nicht natürliche Ernährung dieser Kinder entstehen. Mehr als 900 Todesfälle bei Säuglingen könnten jährlich vermieden werden, wenn 30 % der Mütter in den ersten sechs Monaten ausschließlich stillen würden. In der Analyse wurden nekrotisierende Enterokolitis (also um eine Verletzung der Darmschleimhaut), Otitis (Infektion des Gehörgangs), SIDS, Asthma, Diabetes I, Leukämie und Übergewicht berücksichtigt (Bartic, Reinhold, 2010). Der Verzicht auf das Stillen ist teuer, nicht nur wegen der Kosten für die Milchmischungen und das Zubehör, sondern auch wegen der medizinischen Kosten.

In 42 Entwicklungsländern, in denen 90 % der weltweiten Kindersterblichkeit auftreten, ist das ausschließliche Stillen über sechs Monate und das Abstillen nach dem ersten Lebensjahr oder später der potenziell wirksamste Faktor, um den Tod von mehr als einer Million Säuglingen pro Jahr zu verhindern, was einer Reduzierung der weltweiten Kindersterblichkeit um 13 % entspricht.

Diese Datenlage und Zahlen machen schon einen Eindruck.

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